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Falsches Signal: Bundesregierung stutzt Sanierungsförderung

Berlin, 9. Juli 2026

Im Koalitionsvertrag hatte die Bundesregierung angekündigt, die Rahmenbedingungen für Gebäudesa-nierungen zu verbessern und neue steuerliche Anreize zu schaffen. Nun passiert das Gegenteil: Sie stutzt die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“, kurz BEG, wegen des Sparzwangs im Bundeshaus-halt. „Auch wenn der Haushaltsdruck verständlich ist: Die im Schnelldurchgang beschlossenen Ein-schnitte bei der Sanierungsförderung gehen komplett in die falsche Richtung. Energetische Sanierung ist ein probates Mittel, um die Abhängigkeit von teurer Heizenergie zu verringern und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Die Verunsicherung in den vergangenen Jahren hat ohnehin zu einem Rück-gang der Sanierungstätigkeit geführt. Jetzt kommt wieder eine Vollbremsung in der Förderung. Das ist energie-, wirtschafts- und verbraucherpolitisch einfach falsch“, kommentiert Thomas Drinkuth, der mit der „Repräsentanz Transparente Gebäudehülle“ den Fenster- und Fassadenbau, die Glasindustrie und die Sonnenschutz- und Automationsindustrie vertritt.

Die Förderung wird insbesondere bei Mehrfamilienhäusern unattraktiver: Hier sinken die förderfähigen Sanierungskosten ab der zweiten Wohneinheit von 30.000 auf 15.000 Euro. Ab der siebten Wohnein-heit sind nur noch 8.000 Euro förderfähig. Zudem fallen bei den Krediten für umfassende Effizienzhaus-sanierungen die Tilgungszuschüsse künftig um zehn Prozentpunkte geringer aus. Auch der Bonus für Modernisierungsmaßnahmen, die im Rahmen eines „Individuellen Sanierungsfahrplans“ stattfinden, wird eingeschränkt und greift erst ab Kosten von 30.000 Euro.

Der Ausschluss vom neuen Sanierungsbonus wirkt marktverzerrend. Investitionen werden so gezielt in an-dere Gewerke gelenkt. Für tausende Fensterbauunternehmen, die ohnehin unter der Bau- und Sanie-rungskrise leiden, ist das ein heftiges Foulspiel.
Thomas Drinkuth, Leiter der Repräsentanz

Besonders ärgerlich für den Fenster- und Fassadenbau: Mit einem neuen Förderbonus in Höhe von 5% will die Bundesregierung gezielt Sanierungsmaßnahmen in energetisch schlechten Gebäuden anreizen. Eigentlich sinnvoll – doch ausgerechnet für die reine Fenstersanierung soll es diesen Bonus nicht ge-ben. Man befürchtet hohe Förderkosten, weil Fenstersanierungen eine beliebte Maßnahme sind. „Der Ausschluss vom neuen Sanierungsbonus wirkt marktverzerrend. Investitionen werden so gezielt in an-dere Gewerke gelenkt. Für tausende Fensterbauunternehmen, die ohnehin unter der Bau- und Sanie-rungskrise leiden, ist das ein heftiges Foulspiel“, kritisiert Drinkuth.

Das Antragsportal ist zur Umsetzung der Neuerungen derzeit geschlossen. Ab dem 21. Juli sollen neue Anträge möglich sein.

Die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle ist das gemeinsame Hauptstadtbüro des Bun-desverbands Flachglas, der Industrievereinigung Rollladen-Sonnenschutz-Automation und des Verbands Fenster + Fassade zusammen mit den Unternehmen Hunter Douglas, Roma, Somfy, Velux, Veka und Warema sowie den Kooperationspartnern Bundesverband Rollladen + Son-nenschutz und EPPA Deutschland. Sie ist Impulsgeber und Dialogpartner für alle Politikakteure und Stakeholder, die die bau- und energiepolitischen Rahmenbedingungen gestalten.

Ihr Ansprechspartner:

Thomas Drinkuth

Leiter der Repräsentanz

+49 30 700 140 243

drinkuth@transparente-gebaeudehuelle.de